Die P2P-Branche wirkt auf viele Anleger auf den ersten Blick unübersichtlich: Buyback, LTV, Originator, ABS, Notes, Cash Drag – ständig tauchen Begriffe auf, die ohne Hintergrundwissen kaum zu verstehen sind.
Damit du souverän investieren kannst und genau weißt, worauf du dich einlässt, findest du hier ein umfangreiches FAQ mit den wichtigsten Fachbegriffen aus der gesamten P2P-Welt.
Dieses Glossar hilft dir dabei:
- Risiken realistisch einzuschätzen
- Plattformen besser zu vergleichen
- typische Fehler zu vermeiden
- deine Rendite durch Verständnis zu verbessern
Kurz: Wer die Begriffe versteht, trifft bessere Entscheidungen.
TIPP: Mit STRG & F kannst du nach Begriffen suchen!
Ein Mechanismus, bei dem der Kreditgeber einen Kredit zurückkauft, wenn der Kreditnehmer in Verzug gerät.
Typisch: Rückkauf nach 30 oder 60 Tagen Verspätung, inklusive Zinsen.
⚠️ Wichtig: Buyback schützt nur, wenn der Kreditgeber zahlungsfähig ist.
Regulierte Wertpapiere, die mehrere Kredite bündeln.
Kommt bei Plattformen wie Mintos oder TWINO vor.
Vorteil: höhere Transparenz und rechtlicher Schutz durch Regulierung.
Die Firma, die die Kredite an die Kreditnehmer vergibt und sie später an die Plattform weiterleitet.
Dein größtes Risiko hängt vom Originator ab – nicht vom Kreditnehmer.
Das gesamte Kreditpaket, in das du investiert bist.
Je breiter gestreut, desto stabiler entwickelt sich dein Investment.
Kennzahl bei Immobilienprojekten:
Kreditbetrag im Verhältnis zum Wert der Immobilie.
Beispiel:
LTV 50 % → Immobilie 200.000 €, Kredit 100.000 €
Je niedriger der LTV, desto besser die Sicherheit.
Kredite an kleine und mittelständische Unternehmen (Small and Medium Enterprises).
Typisch bei Debitum.
Risiko: abhängig von wirtschaftlicher Lage der Firma.
Kredite, die durch Vermögenswerte abgesichert sind – z. B. Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge, Warenbestände.
Besser als unbesicherte Kredite, aber trotzdem nicht risikofrei.
Kredite ohne Sicherheit – typischer Konsumentenkredit.
Kommt bei Plattformen wie Bondora oder RoboCash vor.
Höhere Zinsen, höheres Risiko.
Automatisches Investieren nach vorher gewählten Kriterien.
Vorteil: Zeitersparnis, höhere Diversifikation, kein Cash Drag.
Wichtig: Einstellungen gut durchdenken.
Wenn Geld uninvestiert auf der Plattform herumliegt, weil keine passenden Kredite verfügbar sind.
Reduziert die tatsächliche Rendite.
Ein Kredit gilt als ausgefallen, wenn der Kreditnehmer nicht zahlt und auch Buyback/Recovery verzögert ist.
Bei Immobilienprojekten: Projektverzug oder Nicht-Fertigstellung.
Eintreibungsprozess nach einem Ausfall.
Kann Monate bis Jahre dauern.
Recovery Rate = wie viel Prozent des ausgefallenen Kapitals letztlich zurückkommen.
Marktplatz, auf dem Anleger untereinander Kredite verkaufen können.
Vorteile: Liquidität, schneller Ausstieg.
Nicht jede Plattform bietet das.
Nominaler Zinssatz eines Kredits – pro Jahr.
Wichtig ist:
Effektive Rendite ≠ Nominalzins, abhängig von Verzinsungsart und Cash Drag.
Effekt, dass Zinsen wieder investiert werden und dadurch selbst Zinsen erwirtschaften.
Der Hauptgrund, warum P2P langfristig stark sein kann.
Kredite oder Immobilienprojekte, die überfällig sind.
Erhöht das Risiko eines Buybacks oder eines Totalausfalls.
Sammelbegriff für alle P2P- und P2B-Kreditmodelle, bei denen die Crowd (also viele Privatinvestoren) Kredite finanziert.
Peer-to-Business.
Kredite an Unternehmen – z. B. Debitum.
Oft höhere Renditen, aber mit Unternehmensrisiken.
Peer-to-Peer.
Private Anleger finanzieren private Kreditnehmer – z. B. Bondora, RoboCash, Viainvest.
Wenn der Kreditgeber zwar Buyback anbietet, aber Zahlungen verzögert.
Wichtiges Warnsignal für Liquiditätsprobleme.
Zeitraum, in dem der Kreditnehmer verspätet zahlen darf, ohne dass der Kredit als überfällig gilt.
Bewertungssystem der Plattform für Kreditgeber oder Kredite.
Hilft bei der Risikoeinschätzung – aber nie blind vertrauen.
Verteilung deines Kapitals auf viele Kredite, Länder, Kreditgeber und Plattformen.
Der wichtigste Schutz gegen Totalausfälle.
Die tatsächliche Rendite nach allen Faktoren wie:
– Zins
– Cash Drag
– Ausfällen
– Buyback-Verzögerungen
– Gebühren
Die Dauer des Kredits oder Projekts.
Längere Laufzeiten = weniger Liquidität, oft höhere Zinsen.
Eine Bewertung des Kreditrisikos durch die Plattform oder den Kreditgeber.
Je niedriger der Score, desto höher das Risiko – und meist auch die Rendite.
Wenn mehrere Kreditgeber zur gleichen Unternehmensgruppe gehören.
Fällt die Gruppe, fallen alle zusammen – ein oft unterschätztes Klumpenrisiko.
Sicherheiten hinter einem Kredit (z. B. Immobilien, Fahrzeuge, Maschinen).
Soll bei Ausfällen verwertet werden – funktioniert aber nicht immer schnell oder vollständig.
Zinszahlungen während der Laufzeit, aber Tilgung erst am Ende.
Gut für Cashflow – aber höheres Risiko, wenn der Kreditnehmer am Ende nicht zahlen kann.
Zins und Tilgung komplett am Ende der Laufzeit.
Du siehst bis zum Schluss kein Geld – Risiko konzentriert sich auf einen einzigen Zahlungspunkt.
Der Rückzahlungsplan eines Kredits.
Wichtig: Wann Zinsen fließen, wie oft, und ob Kapital regelmäßig zurückkommt oder endfällig ist.
Ein Sicherheitsfonds mancher Plattformen, der Ausfälle teilweise abfedern soll.
Kein Garantiefonds – nur ein Puffer, der bei großen Krisen schnell leer ist.
Gibt an, wie viel Prozent eines Projekts bereits von Anlegern finanziert wurde.
Wichtig bei Immobilienplattformen.
Wenn Kredite von der Plattform entfernt werden, weil Probleme oder Verstöße auftauchen.
Immer ein Warnsignal – hier genau hinschauen.
Zinsen, die trotz verspäteter Zahlung weiterlaufen.
Bei manchen Plattformen stoppt der Zinsfluss in der „Grace Period“, bei anderen nicht.
Ein solides Verständnis der Fachbegriffe ist einer der wichtigsten Schritte, um erfolgreich und langfristig in P2P-Kredite zu investieren. Jede Plattform arbeitet ein bisschen anders, jede Kreditart bringt eigene Chancen und Risiken mit sich – doch wer die Sprache der Branche versteht, investiert klarer, sicherer und gezielter.
Nutze dieses Glossar als Nachschlagewerk:
Beim Bewerten neuer Projekte, beim Erstellen deiner Investmentstrategie oder einfach beim besseren Durchblick in der täglichen P2P-Kommunikation.
Und denk immer daran:
P2P kann ein starkes Werkzeug für Rendite und Diversifikation sein – aber nur, wenn du weißt, was du tust.
Je mehr Wissen du dir aufbaust, desto souveräner wirst du deine Entscheidungen treffen.

Ich bin Unternehmer, Investor und Technikliebhaber.Ich analysiere Kapitalanlagen datenbasiert und entwickle strukturierte Strategien für ETFs, P2P-Investments und langfristigen Vermögensaufbau.
Mein Fokus liegt auf Risikobewertung, Effizienz und skalierbaren Investment-Systemen statt kurzfristiger Trends.Privat bin ich Familienmensch und Fitness-Enthusiast.


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